Stadt Traunstein

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Von den Semmelbröseln zur Kultur

Traunsteiner Stadtbücherei feiert 30-jährigen Geburtstag Festabend mit Oberbürgermeister Fritz Stahl und Ernst Jani

Jani1  Schillmeier und Schüler
Thekenbereich Kinder

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Stadtbücherei Traunstein wurde dieses Jubiläum mit einem Festabend feierlich begangen. Oberbürgermeister Fritz Stahl begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste, zu denen Altoberbürgermeister Rudolf Wamsler gehörte. Besonders ihm dankte OB Fritz Stahl, dass er 1977 zusammen mit dem damaligen Stadtrat und der Stadtverwaltung den Weg für die Stadtbibliothek geebnet hatte. Dabei erinnerte der Oberbürgermeister auch an die diesjährige rührige Aktion der Werbegemeinschaft mit dem Thema „Häuser und Handel im Wandel der Zeit“.

Das Sich-Wandeln sei ein Lebensprinzip, das sich auch auf die Entstehung der Stadtbücherei Traunstein anwenden lasse: „Von der Semmelbrösel-Fabrik zur Bücherei“ hieß es 1977 im Traunsteiner Tagblatt zur Eröffnung, als der Umbau des Anwesens Leimer zum Kulturzentrum abgeschlossen war und es zum Mittelpunkt des öffentlichen kulturellen Lebens wurde.

Darüber hinaus erinnerte er an die Erfindung des Buchdrucks durch Johann Gutenberg, wodurch nicht nur die Buchkultur selbst, sondern auch unzählige Bereiche, u.a. Religion, Wissenschaft und Forschung, revolutioniert wurden. Zu dem, wie Leser mit ihren Büchern persönlichen Umgang pflegen, ließ OB Stahl Eugen Roth sprechen und schlug damit einen Bogen zur heutigen Literaturzeit, die mehr denn je erfolgreiche Buchhandlungen, aber eben auch gut sortierte Büchereien benötigt.

Alle Zweifler, die glauben, durch Fernsehen und Computer gebe es für die öffentlichen Büchereien keine Zukunft, könnten anhand der stetig ansteigenden Leser- und Ausleihzahlen eines Besseren belehrt werden.

Zum Abschluss dankte der Oberbürgermeister den Mitarbeitern der Traunsteiner Stadtbücherei für ihren engagierten Einsatz.

Die Leiterin Anette Hagenau drückte ebenfalls ihren Dank dafür aus, dass sie von Anfang an, nämlich seit Juli 2005 als Nachfolgerin von Michaela Bodesheim, stets seitens der Stadt eine besondere Wertschätzung der Bücherei und der dort arbeitenden Menschen erfahren habe.
 

Als Ort der Begegnung mit der Literatur (für derzeit ca. 3800 aktive Leser und Leserinnen), aber auch mit anderen Menschen sei die Bücherei nicht mehr wegzudenken. Anette Hagenau rief dazu noch einmal den unvergesslichen Abend mit Werner Schmidbauer und Schwester Theodolinde ins Gedächtnis.
 

Sie habe den schönsten Beruf der Welt, meinte sie und berichtete aus ihrer alltäglichen Bibliothekspraxis über Komisches, Spannendes, Überraschendes und Skurriles im Umgang mit Besuchern, von denen ihrerseits sie vieles lerne und sich dadurch stets am Puls der Zeit fühle. Ihr Dank galt vor allem den ehrenamtlichen Helfern, ohne die das umfangreiche Angebot der Bücherei nicht zu organisieren ist.

Als Höhepunkt des Abends bot Ernst Jani besondere Schmankerl zum Thema Buch und Lesen und entpuppte sich als wahrer Künstler bei der Präsentation von sorgfältig ausgewählten Autorentexten  voller Geist und Witz, angefangen von Wilhelm Busch über Arno Schmidt bis hin zu Gerhard Polt u.v.a. Seinen Ausklang fand der Festabend in geselligem Beisammensein.

Kulturzentrum 1977 außen Kulturzentrum 1977 innen 2 Kulturzentrum 1979 innen 1 Kulturzentrum 1979 innen 2